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Die Moorschnucke (offiziell: "Weiße Hornlose Heidschnucke") ist ein kleinwüchsiges mischwolliges Landschaf, das von den besonderen Verhältnissen der feuchten Moor-Heidelandschaften geprägt wurde. Beide Geschlechter sind ungehörnt, kurzer Schwanz, feiner Knochenbau, feste Klauen; gute Muttereigenschaften mit leichter Lammung, meist nur 1 Lamm; weiße grobe Wolle; marschfähig, robust, anspruchslos; verbeißt Heidekraut, Moorgräser und Birken. Gewicht Mutterschafe 40-50 kg, Böcke 60-70 kg.

 

Die Moorschnucke ist eine Schafrasse mit kleinem Körperbau, welche sich über Jahrhunderte an die Bedingungen im Moor angepaßt hat. Dadurch kann sie mit dem kargen Futter und dem wenig tragfähigem Boden zurecht kommen. Sie weidet auch noch dort, wo Menschen im Moor einsinken.

Früher wurden mit Moorschnucken-Herden die Moor-Heiden beweidet, um Wolle, Fleisch und vor allem Dünger für die Äcker zu gewinnen. Es fand ein Nährstofftransfer statt: Die Schafe wurden tagsüber auf dem Ödland geweidet, nahmen dort Nährstoffe auf, verdauten und schieden diese nachts im Stall mit dem Kot aus. Der Schafmist wurde als sehr gehaltvoller Dünger auf die Äcker ausgebracht, in der Zeit vor dem Kunstdünger enorm wichtig!

 

1936 war die Moorschnucke noch mit 94% am Schafbestand in den niedersächsischen Moorgebieten beteiligt. Nach 1960 wurde die Moorbeweidung unwirtschaftlich und die Moorschnucke starb fast aus. Sie konnte nicht mit den intensiven Fleisch- oder Wollrassen konkurieren: Sie war zu leicht, hatte zu wenig Fleisch, wuchs zu langsam, ihre Wolle war zu grob.

Als die Moore unter Schutz gestellt wurden, mußten die Heideflächen zur Offenhaltung wieder beweidet werden. Der Vertragsnaturschutz gab den Moorschäfereien eine wirtschaftliche Grundlage und es wurden wieder Moorschnucken-Herden aufgebaut. Moorbeweidung war und ist nur mit Moorschnucken möglich! Ihre Bestandszahlen sind trotzdem sehr niedrig und nicht mit denen der Wirtschaftsrassen vergleichbar.

Die Moorschnucke gehört zu den vom Aussterben bedrohten Haustierrassen und ist in der "roten Liste" der "Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V." (www.g-e-h.de) aufgeführt.

 

 

 

 

 


Peter Schein, Heinen Damm 13, 26340 Zetel | peter.schein@web.de